subKULTan neu

 

Aktuelles V

SubKULTan

Ein Projekt der Kath. Betriebsseelsorge Ostwürttemberg zur gesellschaftlichen
Teilhabe von arbeitslosen Menschen

Informationen zu
aktuellen Aktionen finden Sie unter „Aktuelles - Veranstaltungen“.


Unsere Bemühungen mit dem Projekt „Job-Börse“ zielen darauf ab, unseren MitarbeiterInnen über aktive Teilhabe (kleinere Tätigkeiten rund um Haus und Garten) ein Stück gesellschaftliche Normalität zu ermöglichen. Sie sollen sich zugehörig fühlen, sollen sich selbst als kompetent, wertgeschätzt und wertvoll erleben. Ihr Leben soll eine Struktur haben.

Mit der Idee des Projektes SubKULTan wollen wir einen neuen Schritt wagen.

Bekanntlich werden Injektionen, die unter die Haut gespritzt werden, als subkutan bezeichnet. Und bekanntlich werden diese Nadelstiche vornehmlich an gut gepolsterten Stellen angesetzt. Im Projektname ist der Begriff „subkutan“ als ein Element enthalten. Jenseits der Verwendung im klinischen Alltag soll das Wort hier als Metapher dienen für all das, was an Botschaften unter die Haut des Gesellschaftskörpers gespritzt wird. Mag die Polsterung durch die von Papst Franziskus apostrophierte „Gleichgültigkeit“ noch so gut sein. Nachdem im Koalitionsvertrag die Begriffe Armut, Reichtum und Ethik praktisch nicht vorkommen, ist es umso wichtiger, auf die prekäre Situation von Ausgegrenzten hinzuweisen. Dies soll – im wahrsten Sinne – unter die Haut gehen. Arbeitslose, Ausgegrenzte sollen sich Gehör verschaffen. Darauf zielt das Projekt ab.

Subkultur bildet das zweite Element des Projektnamens. Subkulturen sind jene schöpferischen Nischen, die sich außerhalb des Gesellschaftskörpers entwickeln und nicht selten ein spannungsgeladenes Eigenleben jenseits und zu den kulturellen Institutionen führen. Subkulturen – und dazu zählen wir auch den Sektor der in der Sinus-Milieu-Studie als „Prekär“ bezeichneten – sprechen ihre eigene Sprache, haben ihre eigene Grammatik, ihre eigene Symbolik. Darin zeigt sich ihr Leben. Diese Grammatik zu entschlüsseln, Sprache und Symbolik verständlich zu machen, eine Begegnung des Verständnisses auf Augenhöre zu ermöglichen, eine Gesellschaft der „vielen Gesichter“ (Papst Franziskus) zu werden, ist die zweite Zielsetzung des Projektes.

Die Arbeitslosen sollen dabei vom Objekt einer Maßnahme zum Subjekt ihres Lebensentwurfes werden, d. h. sie sind sowohl am Konzept wie auch an der Ausführung beteiligt. Sie sollen dabei Selbstwirksamkeit erleben, die Lethargie durchbrechen, (intellektuelle) Auseinandersetzung erfahren, sie sollen ungewohnte Pfade betreten, neue Lebenserfahrungen machen, dabei Kompetenzen erwerben, ihre Milieugrenze überschreiten und anderen den Schritt über die Milieugrenze zumuten.

Wir wollen die Öffentlichkeit wach halten für den Skandal der Arbeitslosigkeit. Dies soll nicht mit den herkömmlichen Mitteln der politischen Stellungnahme, mit Podien und in Diskussionen, sondern mit kulturellen, künstlerischen Ausdrucksmitteln im öffentlichen Raum geschehen.
Das Leben der Ausgegrenzten soll frech, kreativ, anregend und provozierend den öffentlichen Raum besetzen.
Lassen Sie sich überraschen!

Das Projekt SubKULTan wird unterstützt durch die „Aktion Martinusmantel“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
martinusmantel
 

 


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